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Auf ein Wort

Was Balu von der Klosterfrau Theresa lernen kann.

Mal frei machen! Das wäre schön! Dem Alltagstrott entfliehen. Unbequeme Schuhe aus. Adiletten an - Sonnenbrille auf. Die „to-do“-Liste durch ein vorangestelltes „not“ ergänzen. Dinge, die Zeit rauben und das Nervenkostüm langsam aufweichen, einfach mal sein lassen!

Dagegen hört sich der Satz „ich mache mal heute frei“ oder „ich bin dann mal im Urlaub“ wie eine Er­leichterung an. Wie ein tiefes Auf­at­men. Endlich frei sein! Unend­liche Möglichkeiten hellen den Horizont der Freiheit auf: Ferne Länder, Gerüche und Geschmäcker entdecken. Balkonien genießen. Zaun streichen, Keller ausmisten, seine alten Schulfreunde treffen, über „die guten alten Zeiten“ quatschen.

Mit dem Blick auf diesen bunt gefärbten „Freiheits-Horizont“ wird das Nervenkostüm dicker geschneidert. „Vorfreude ist die schönste Freude“, höre ich mich sagen und sehe mich schon mit einem kühlen Getränk auf einer Liege liegen. Mein Freund klaubt sich regelmäßig das Lebens­motto eines sehr bekannten sprechenden Bären zusammen: „Probier’s mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit, jagst du den Alltag und die Sorgen weg.“ Im Urlaub gelingt das.

Irgendwann ist der Urlaub aber vorbei. Die freie Zeit muss dem Alltag weichen. Ebenso die Adiletten den unbequemen Schuhen und die Sonnenbrille der Lesebrille. Das nervt. Da sehne ich mich schnell nach dieser Freiheit zurück, die man im Urlaub gespürt hat.

Vielleicht hilft es, dem Alltag mit allen seinen Notwendig­keiten eine neue Bedeutung zu geben. Den „Freiheits-Horizont“ nah an mich heran zu ziehen. Eine Frau hat das irgendwie geschafft: Theresa von Avila hatte in ihrem Kloster immer den gleichen Tagesablauf. Der Alltag der Ordensfrau aus dem 16. Jahr­hundert beinhaltete nicht nur, gemeinsam mit ihren Ordens­schwestern zu beten, sondern auch in der Küche mitzuhelfen und zu kochen. Diese Arbeit, die gemacht werden musste, ging Theresa nicht immer einfach von der Hand. Doch irgendwann schreibt sie, dass sie Gott auch mitten unter den Koch­töpfen gefunden hat. Sie hat Gott in alltäglichen, manchmal lästigen Sachen entdeckt. Für sie war es eine ganz neue Erfahrung, Gott dort zu begegnen, denn normalerweise war der vorgesehene Ort dafür die Messe in der Kirche oder das Gebet mit ihren Mit­schwestern. Gott im Alltag war ihr völlig neu. Und es hat ihre Sicht auf die alltägliche Arbeit verändert. Es hat ihr den Hori­zont so nah herangezogen, dass es sich anfühlte, als könnte sie die Freiheit schmecken, die Sonnencreme riechen und die Adiletten tragen.

Ich will von ihr mitnehmen, achtsam mit mir selbst und dem Alltag umzugehen und offen für Gottes Spuren im Leben zu bleiben. Ich glaube, mit Gott unter meinen Kochtöpfen ist der „Freiheits-Horizont“ immer spürbar da. Und Gott schenkt dann Ruhe und Gemütlichkeit. „Herrlich“, denke ich mir, schalte meinen Laptop aus und lege die Beine hoch.

Annika Rimpler

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