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Auf ein Wort

Weihnachten 2020

Foto: pixabay

Auch 2020 weisen schon im September die Zimtsterne den Weg nach Weihnachten. Aber 2020 ist völlig unklar, was uns dort erwartet. So manches „Alle-Jahre-wieder“, auf das wir gefreut oder vor dem wir uns gegruselt haben: Es wird nicht sein können oder es wird anders sein müssen: Das Krippenspiel im vollbesetzten Gottesdienst. Die Großfamilie unter dem Tannen­baum. Der unbeschwerte Gang mit Glühwein über den Weihnachts­markt. Die Weihnachtsflucht in die Wärme nach Gran Canaria. Die Liste ist lang …

Und trotzdem werden die Zimt­sterne recht behalten: Weihnachten wird kommen – zum Glück! Denn dieses Fest hat seine Karriere gestartet als Ereignis enttäuschter Erwartungen und unerwarteter Hoffnungen.

Ein Engel verkündet einer Frau, sie werde das Gotteskind gebären. Keiner Königstochter, sondern der Frau eines Bauarbeiters. Verkehrte Welt.

Maria und Josef wünschen sich für ihr Kind einen geborgenen Start in die Welt – aber Jesus wird in einem fremden Stall geboren. Gott taucht unerwartet dort auf, wo er gebraucht wird.

Hirten werden als erste Gratu­lanten zum neugeborenen Königs­kind geschickt. Erkennungszeichen: Nicht Juwelen, sondern Windeln. Göttliche Prioritäten.

Die Weisen aus dem Morgen­land wollen gratulieren, wo es schicklich ist, in einem Palast. Aber ein hartnäckiger Stern navigiert sie zum Stall, wo sie mit ihren Ge­schen­ken normalerweise völlig fehl am Platz wären.

Offensichtlich hat ein göttlicher Eventplaner grandios an den Erwar­tungen seiner Zielgruppen vorbeigeplant. Aber diese Geburt – und was daraus entsteht – werden für Millionen von Menschen zur Hoff­nungsquelle.

Weihnachten heißt: Gott ist mitten unter uns. Nicht im gemachten Bett, sondern im unaufgeräumten Alltag. Nicht nur dort, wo alle satt und durchgeplant sind, sondern gerade dort, wo alles zusammenbricht. Dort, wo ihn niemand erwartet, vielleicht niemand erhofft. Wo Menschen einsam sind, vielleicht zum ersten Mal an Weih­nach­ten, vielleicht wie immer an Weihnach­ten. Wo sich Menschen wieder mal kein Weihnachten leisten können (und es vielleicht zum ersten Mal jemand merkt). Wo Menschen neu überlegen, was sie an Weihnachten wirklich wollen und wie das gehen kann.

In Betlehem kommen Menschen aus unterschiedlichsten Richtungen ungeplant an der Krippe zusammen. Sie können die Gottesgeburt nicht exklusiv für sich buchen, sondern teilen sie mit anderen. Wir sind keine Einzelwesen, die orientierungslos durch die Welt irren, sondern dadurch verbunden, dass Menschsein ein Gottesgeschenk ist.

Weihnachten 2020 braucht mehr Fantasie als sonst. Es wird schwieriger, einander Liebe zu schenken. Oder: Es wird eine größere Herausforderung – denn dass wir Liebe brauchen, ist selten klarer als jetzt. Doch Gottesliebe und Menschenliebe funktionieren (siehe Betlehem!) auch ungeplant und an unerwarteten Orten.

Denn wir alle sind Menschen, die Gott so sehr liebt und denen er so viel Liebe zutraut, dass er zwischen ihnen auf die Welt kommen will.

Gesegnete Weihnachten!

Ihr Pastor Manuel Kronast


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