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Statt Gottesdienst

Momentan gibt es nur etwa alle 14 Tage Gottesdienste in der Martin-Luther-Kirche in Ahlem. Wenn Sie dort nicht teilnehmen können oder möchten oder an dem Sonn- bzw. Feiertag kein Gottesdienst stattfindet, so finden Sie hier ein Abendgebet mit Abendlied sowie Lesungen aus der Übertragung des Markus- bzw. Johannesevangeliums von Walter Jens und einige Choräle. Ab Kantate bis Pfingsten lesen wir aus verschiedenen Luther-Übersetzungen. Auch den Gruß vom Kirchturm finden Sie hier.

Die Fotografien, soweit sie Details unserer Kirche zeigen, stammen von Florian Rensing und Stefan Krause. Der Text der Lesungen bis Jubilate stammt aus: Die Zeit ist erfüllt. Die Stunde ist da. Das Markusevangelium bzw. Am Anfang. Das Wort. Das Johannesevangelium von Walter Jens (beide erschienen im Radius-Verlag 1990 bzw. 1993).

05.07.2020 - Vierter Sonntag nach Trinitatis

Lesung

Mk 4, gelesen von Pastor Stefan Krause.

Orgelspiel

EG 501, EG 641, gespielt von Sönke Kraft.

Gruß vom Kirchturm

Vierter Sonntag nach Trinitatis
Von Vikarin Sandra Golenia

Mögest du glücklich sein.
Mögest du dich sicher und geborgen fühlen.
Mögest du gesund sein.
Mögest du unbeschwert leben.

Ich sitze auf einer Parkbank und sage in Gedanken diese vier Sätze vor mich hin. Ich richte sie an die Menschen, die an mir vorbeigehen, vorbei-laufen, Fahrrad fahren. Allein oder in Gruppen, mit Abstand oder direkt vor meiner Nase entlang. Ganz egal. Nicht urteilen. Sondern:

Jedem dieser Menschen nur wohlwollend Gutes wünschen. Dabei atme ich ruhig und tief ein und aus. Ich fühle mich leicht. Weit. Glücklich.

Liebe Leser*innen,

wieso das? – fragen Sie sich, fragt ihr Euch vielleicht.

Ich muss zugeben: diese Grundeinstellung ist mir nicht in jeder Lebenslage gegeben. Ich muss nur an meinen letzten Einkauf im Supermarkt denken.

Oder die Fahrt mit der Bahn. Wenn Menschen mir zu nah kommen, sich rücksichtslos oder zumindest unbedacht verhalten. Wenn ich die Zeitung aufschlage und davon lesen muss, wie Tier- und Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Und zwar nicht nur im Zusammenhang mit Corona. Es ist ja nicht so, dass auf dieser Welt sonst nur das Gute am Werk ist. Dann merke ich, wie sich alles in mir anspannt. Alles eng wird. Wut staut sich an. Und Gedanken, die ich hier lieber nicht in aller Öffentlichkeit preisgeben möchte.

Doch:

„Niemandem sollt ihr Böses mit Bösem vergelten!
Habt den anderen Menschen gegenüber stets nur Gutes im Sinn!
Lebt mit allen Menschen in Frieden – soweit das möglich ist und es an euch liegt.
Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes.
Denn es steht geschrieben in der Heiligen Schrift: „Mein ist die Rache, ich werde Vergeltung üben, spricht der Herr.“
Im Gegenteil: „Wenn dein Feind Hunger hat, gib ihm zu essen. Wenn er Durst hat, gib ihm zu trinken. Denn wenn du dies tust, ist es, als ob du glühende Kohlen auf seinem Kopf anhäufst.“
Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse im Guten.“ (Römer 12,17-21)

So schreibt es Paulus im Römerbrief als Leitfaden für gutes Verhalten. Allen Menschen gegenüber. Auch und gerade im Angesicht des Bösen.

Deshalb also mein Experiment auf der Parkbank. Die vier Sätze sind Teil der sogenannten „Metta“-Meditation – übersetzt: „Liebende Güte“-Meditation. Sie beginnt damit, dass ich mir diese Sätze erst einmal selbst zuspreche. Denn Frieden fängt ja bekanntlich bei jeder Einzelnen von uns an.

Ob Frieden ist, ob das Gute in der Welt siegt – dafür kann ich sicher nicht allein sorgen. Und eine positive Einstellung allen Menschen gegenüber reicht sicher nicht aus. Das Böse mit Gutem zu besiegen – das schreit nach Taten. Danach, dass ich mich aktiv für das Gute einsetze. Mich um meine Mitmenschen kümmere, gegen Diskriminierung einschreite,

Aber was wäre das für ein Anfang. Wie sähe die Welt, wie sähe mein Leben aus, wenn ich das verinnerlichen könnte, was ich auf er Parkbank geübt habe.

Allen Menschen gegenüber nur Gutes im Sinn haben. Egal, woher sie kommen. Egal, an was sie glauben. Egal, wie sie mir gegenüber eingestellt sind. Soweit es an mir liegt, läge erst einmal friedliche Grundstimmung in der Luft. Ich hätte jedenfalls nichts dagegen, wenn sich dieses freie, weite und friedliche Gefühl öfter in mir einstellen würde. Und ich so direkt einen ersten Schritt mache, Frieden mit allen Menschen zu halten. Soweit es möglich ist und an mir liegt.

Also:

Möget ihr glücklich sein und Frieden finden.
Möget ihr frei sein von Leid und den Ursachen von Leid.
Möget ihr erfüllt sein von Freude und den Ursachen von Freude.
Möget ihr leicht und heiter durch euer Leben gehen können.

Gebet

Lieber Gott, ich bitte dich:

Gib mir den Mut, den ersten Schritt zu gehen in Richtung Frieden.
Gib mir Gelassenheit anderen gegenüber. Und friedliche Gedanken.
Gib mir die Kraft, das Gute zu tun. Auch und gerade im Angesicht des Bö-sen.
Und gib mir Vertrauen, dass du mitgehst. Bei allem, was passiert.

Amen

Abendlieder

Jeden Abend um 18 Uhr läuten in Ahlem die Glocken. Sie läuten den Tag aus und den Abend, die spätere Nacht ein. Vielleicht hören Sie sie in diesen Tagen deutlicher. Vielleicht wirken sie anders auf Sie. Vielleicht sogar heimatlich …

Sie wollen auch zum Gebet einladen. Wer sich darin üben möchte, findet hier ein Abendgebet. Man kann es sprechen, allein oder zusammen, lauter oder leiser. Man kann es auch einfach nur lesen. Man kann es auch ändern. Man kann auch ganz eigene Worte finden.

Möchten Sie noch ein schönes Abendlied hören, klicken Sie auf den Abspiel-Button.
Gesungen und gespielt von Birgit und Castor Landvogt.

Der Mond ist aufgegangen (EG 482)

Nun sich der Tag geendet hat (EG 478)

Mein schönste Zier und Kleinod bist (EG 473)

Abendgebet

Herr, unser Gott,
kluge Mutter, barmherziger Vater,

ich bin in ungewohnter Lage,
getrennt von vielen, mit denen ich
sonst zusammen bin.

Wie wird es ausgehen? Woher kommt
so unvermutet die Seuchengefahr?
Wie lange wird es dauern?

Hilf, dass ich in aller Ungewissheit
und leiser Angst nicht
Zuversicht und Besonnenheit verliere.

Bewahre die Schwachen.
Sorge für die Kranken,
die Alten ohne Besuch,
die Obdachlosen.
Sei bei allen, die sterben.

Bewahre und stärke,
die in Krankenhäusern und Laboren
arbeiten und forschen,
die Kranke pflegen,
Isolierte versorgen
und sich darum mühen, dass wir haben,
was wir zum Leben brauchen.

Lass uns an die Menschen denken, die ihre wirtschaftliche Existenz in Frage gestellt sehen.

Lass uns auch die nicht vergessen deren Leben schon immer auf einer zerbrechlichen Grundlage steht. Meist jenseits unserer Grenzen in Kriegsgebieten und unter elenden Verhältnissen müssen sie leben - manche von ihnen gestrandet auf den Inseln, unterwegs auf dem Meer, durch die Wüste, eingesperrt in den Lagern, ohne Chance an den Grenzen.

Lass, alle miteinander, ruhig schlafen in dieser Nacht.
Lass uns alle miteinander am nächsten Morgen aufstehen und einen Weg finden.

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.


Postanschrift: Martin-Luther-Kirche Ahlem, Wunstorfer Landstraße 50b, 30453 Hannover

Gemeindebüro: Telefon: 0511 48 02 69, Fax: 0511 48 07 98, E-Mail: info@martin-luther-ahlem.de, Öffnungszeiten: Di., 16-18 Uhr, Do., 10-12 Uhr

Spendenkonto: Evangelische Bank eG: Stadtkirchenkasse, IBAN: DE38 5206 0410 0006 6047 30. Bitte verwenden Sie unbedingt folgenden Verwendungszweck: 0711 Martin-Luther Ahlem Spende - (ggf. Spendenzweck) - Ihr Name

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