Auf ein Wort

Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und spät euch niedersetzt und euer Brot in Mühsal esst - den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf. (Ps 127,2)

Zur Jahreslosung 2018

Der diesen Vers schrieb, könnte einer jener Frühaufsteher gewesen sein, denen trotz aller Mühe, aller Erfahrung und allen vergossenen Schweißes etwas gründlich daneben gegangen ist. Umsonst all' die Mühe. Vergeblich die Anstrengung.

Manchem aber fliegt das Glück auch zu. Mühelos gelingt, was er anfasst. Er weiß selbst nicht wie. An Schlafstörungen und anderen Stresssymptomen leidet er nicht.

Was soll man dazu sagen? Die dümmsten Bauern ernten die dicksten Kartoffeln? Oder: In der Ruhe liegt die Kraft?

Und wie geht das, geht überhaupt beides zusammen?

Dem Seher Johannes erschien in der Verbannung auf Patmos, viele Jahre später, der Christus. In der Vision vom „Neuen Jerusalem“, das geschmückt wie eine Braut aus dem Himmel herabkommen sollte, hört er ihn sagen: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“
(Offb 21,6)

Das ist die Jahreslosung 2018, die die „Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen“ ausgewählt hat. Und eine Bestätigung des alten Psalmverses aus der hebräischen Bibel, etwas verheißungsvoller formuliert. Kann ich mich darauf einlassen?

Kann ich das Gelingen aus der Hand geben? Und was bedeutet das in einer Zeit, in der Wasser knapp und eine begehrte Ware geworden ist, mit der man viel Geld verdienen kann, während andere kilometer-weit dafür laufen müssen?

Den Seinen gibt‘s der Herr im Schlaf. (Ps 127, 2)
Ich will euch geben von der Quelle lebendigen Wassers
umsonst. (Offb 21,6) ...

Frohe Weihnachten und ein gesegnetes Neues Jahr!

Ihr
Stefan Krause