19.02.2012 - Letzter Spätaufstehergottesdienst

Verabschiedung vom Spätaufstehergottesdienst

Ein Rückblick von Frank Piepenbrink und Heide Stehmann

Im August 1988 fand der 1. 'Gottesdienst für Spätaufsteher' in der Martin-Luther-Kirche statt. Wie war es dazu gekommen?
Nach der Konfirmation trafen sich Jugendliche wöchentlich am Donnerstag zum Teetrinken, Spielen, zu Gesprächen über 'Gott und die Welt'. Ein immer wiederkehrendes Thema waren Gespräche über den Glauben. Die Jugendlichen wollten mehr davon. Mittlerweile junge Erwachsene geworden, entwickelte sich die Idee, einen Gottesdienst zu gestalten, der besonders junge Leute anspricht.
Was macht einen Gottesdienst aus? Was gehört unbedingt dazu? Was müssen und können wir anders machen?
Aus diesen und noch mehr Fragen entstand der 'Spätaufsteher-Gottesdienst': Später Anfang (11.15 Uhr), neue Lieder (nur mit Gitarren oder Flöten begleitet), Zeit zum Nachdenken und der Besinnung, ein Glaubensbekenntnis, das wir alle verstehen und mitsprechen können, Kurzansprachen von 2 – 3 Mitwirkenden, gemeinsam im Halbkreis um den Altar sitzen...

Das Pfarramt und der Kirchenvorstand stimmten dem Vorhaben zu und so machte sich die Gruppe daran, den 1. Gottesdienst dieser Art vorzubereiten. Themen, Texte, Gebete, Lieder, Kollekte – alles wurde gemeinsam ausgesucht und erarbeitet. Dann war es soweit. Zunächst als zusätzliches Gottesdienstangebot, später dann als 'regulärer' Gottesdienst am Sonntagmorgen. In den ersten Jahren gab es immer ein Thema: 'Hoffnung', 'Beten', 'Schuld', 'Alltag', 'Gnade' und viele andere. Dann aber ging man dazu über, immer häufiger auch den für diesen Sonntag vorgeschlagenen Predigttext in den Mittel­punkt zu stellen.

Anlässlich einer Visitation nahm der Superintendent auch am Spätaufsteher-Gottesdienst teil und ermunterte an­schließend die Beteiligten, diese 'Bereich­erung des gottesdienstlichen Lebens' weiter zu pflegen! Durch die Akzeptanz dieser späten Gottesdienste in allen Altersstufen ist er zu einem echten 'Gemeindegottesdienst' geworden.

Nach 18 Jahren und 171 späten Gottesdiensten hat sich Frank Piepenbrink aus der Gemeinde verabschiedet. Doch zu seiner großen Freude erlebte diese Gottesdienstform ihre Fortsetzung durch die Mitarbeit von Pastor Kronast. Aber jetzt, 6 Jahre später, wird am 19. Februar um 11:15 der 223. und letzte Spätaufsteher-Gottesdienst in dieser Form gefeiert. Die Lebenssituationen vieler Mitarbeitenden haben sich zu sehr verändert und der Kreis der Mitwirkenden hat sich stetig verringert trotz verschiedener Aufrufe zur Unter­stützung.
Rückblickend: Eine gute und gesegnete Zeit!

Wir wünschen der Gemeinde weiterhin anregende Gottesdienste.