August 2017 - Seniorenfahrt nach Leipzig

Meine erste Seniorenfahrt (09. bis 13.08.2017)

Ja, es ist wie es ist, auch ich bin eine Seniorin und hatte mich zu dieser Seniorenfahrt angemeldet. An vier Einstiegsstellen wurden die Fahrgäste eingesammelt. Erste Frage einer Nachbarin: Sind das nur Frauen? Antwort meinerseits: Nein, es fahren auch Männer mit. So war es dann auch. 45 Personen, 1 Rollator, einige Gehstöcke und viele Koffer wurden eingeladen. Über die Gehfähigkeit einiger Personen, mich eingeschlossen, wollen wir mal nicht reden.

Der Bus: Ein Jahr alt, super Einstieg, sehr bequeme Sitze und ein ruhiger, besonnener Fahrer. Wurde natürlich erst später festgestellt. Es kann also losgehen. Erstes Ziel: Quedlinburg. Bei herrlichem Wetter begaben wir uns, in kleinen Gruppen, auf Erkundungstour dieser herrlich restaurierten Stadt. Die engen verwinkelten Straßen und Höfe mit den Fachwerkhäusern boten viel Sehenswertes. Nach einem leckeren Eis im Hof am "Vogelherd" ging es zurück zum Bus und pünktlich weiter Richtung Leipzig.
Das zentral gelegene Hotel wurde reibungslos bezogen. Nach einem stärkenden Abendessen stand der Abend zur freien Verfügung.

Die Stadtführung am nächsten Morgen brachte eine gute Grundlage für eigenständige, zukünftige Unternehmungen, z. B. die vielen historischen Passagen und Höfe zu erkunden. Da Leipzig im Krieg nicht so stark zerstört wurde, im Gegensatz zu Dresden, sind diese historischen Gebäude z. T. noch original erhalten. Natürlich renoviert und restauriert. Diese Handelshöfe gibt es bereits seit 1530. Es sind etwa 30. Die Händler boten, in bis zu 70 Kaufgewölben, vor allem Luxusartikel feil. Diese Durchgangshöfe hatten den Vorteil, dass sie Schutz vor Wind, Hitze und Nässe boten. Die Fuhrwerke konnten durchfahren ohne zu wenden. Heute laden viele schöne Geschäfte zum Kaufen ein. Stellvertretend sei die "Mädler Passage" genannt, unter der sich Goethes berühmter Auerbachskeller befindet.

Was wäre Leipzig ohne Bach und den Thomanerchor. In den Genuss von Musik und Gesang kamen wir in der Nikolaikirche und der Thomaskirche, der Wirkungsstätte Bachs. Ich muss sagen, Kirchenlieder im Wechsel mit den Thomanern zu singen, hat schon was.

Zwei kleine Busausflüge führten uns in die Umgebung. Zunächst zum Völkerschlachtsdenkmal. Am Fuß dieses kolossalen Denkmals, mit den in Stein geschlagenen Kriegsmotiven, bekommt man eine Gänsehaut. Ein zweiter Ausflug führte uns nach Grimma/Höfgen. Hier, in einer sehr alten kleinen Wehrkirche, gab es eine Andacht, die Frau Grünhagen und das Ehepaar Weise vorbereitet hatten. Danach gab es, von einer Kirchenvorsteherin, eine kabarettreife Führung in reinstem Sächsisch. Auf der Rückfahrt konnten wir, im Vorbeifahren, noch einen Blick auf das neu hergerichtete Kloster Nimbschen werfen. Von hier floh Katharina von Bora mit sieben weiteren Nonnen zu Luther nach Wittenberg.

Dieses vielfältige Programm entstand unter der Leitung von Frau Grünhagen und Pastor Krause, sowie einem Vorbereitungsteam. Ihnen allen ein herzliches Dankeschön. Auch ein herzliches Danke­schön an unseren Fahrer, der mit Umsicht und Geschick alle Staus umfuhr und pünktlich in Davenstedt landete.

Alle sind unter einer schützenden Hand gut zu Hause angekommen.

Ilse Kramer